09 Sep

Bilingualer Unterricht

Ähnlich wie im Kindergarten gibt es auch in Schulen den Trend zum bilingualen Unterricht. Durch dieses Konzept sollen die Sprachkompetenzen der Schüler, welche sie in einer Fremdsprache erwerben, erweitert werden. Für dieses zusätzliche Sprachtraining gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Zum Einen hat man Konzepte entwickelt, welche auf den Ablauf von kompletten Unterrichtssequenzen in einer Fremdsprache abzielen. Meist wird hierfür Englisch gewählt. So gibt es an manchen Schulen die Kombination von Englisch mit einem anderen Unterrichtsfach, wie etwa Geographie. Dieses fach heißt dann „Erdkunde – Englisch“. Wie der Name bereits voraussagt, wird Erdkunde in englischer Sprache unterrichtet, was zur Folge hat, dass die Schüler aufgefordert sind, Beiträge in Englisch zu geben und auch ihr englisches Vokabular erweitern können – eben um Vokabeln, welche eher im Fachbereich Geographie angesiedelt sind.

Der Nachteil dieses Konzeptes ist, dass schwächere Schüler hier weniger zum Zuge kommen, sich vielleicht nicht trauen, einen Beitrag vor der ganzen Klasse zu geben, weil sie befürchten, ihr Englisch wäre zu schlecht. Damit diese Schüler in der Masse nicht untergehen, sind Konzepte zu empfehlen, in denen man entweder auch auf Deutsch antworten kann, oder in denen es nicht zwingend ist, dass der Unterrichtsinhalt komplett auf Englisch ist. Der Lehrer könnte beispielsweise auch nur die Arbeitsaufträge und die Diskussionen in Englisch gestalten.

Weitere Konzepte, die nicht durchgehend in der Fremdsprache abgehalten werden, sind beliebt, zum Beispiel, dass man einen Film in der Fremdsprache anschaut oder dass man englische Lektüren liest . Eine andere Möglichkeit bietet auch der Schüleraustausch, indem die Schulklasse Gleichaltrige aus dem europäischen Ausland kennen lernen und auch in diesem Land besuchen kann. Diesem Thema haben wir einen extra Beitrag gewidmet.

Gerne gesehen sind auch native speaker, also Menschen, deren Muttersprache zum Beispiel Französisch oder eine andere Fremdsprache, welche an der Schule gelehrt wird, ist. Diese besuchen die Schulklasse und berichten in ihrer Muttersprache über die Kultur ihres Heimatlandes, über Bräuche und auch die politische Situation. Die Schüler können dann in der jeweiligen Sprache Fragen stellen, welche sie sich zuvor in Kleingruppen ausgedacht haben. Durch diese reduzierten Formen des zweisprachigen Unterrichts, ist auch das Recht auf Bildung und Teilhabe für leistungsschwächere Schüler gewährleistet.

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