09 Sep

Recht auf Bildung

Das Recht auf Bildung ist eines, welches in der Regel sehr ernst genommen wird. So auch in Deutschland, wo es auch im Grundgesetz verankert ist. Dies zeigt sich bereits daran, dass es in Deutschland eine Schulpflicht gibt, dass also alle Kinder die Schule besuchen müssen. Dort werden sie nach besten Möglichkeiten individuell gefördert. So sieht zumindest die Theorie aus.

In der Wirklichkeit ist jedoch auch in Deutschland nicht immer alles so rosig. Natürlich muss jedes Kind die Schule besuchen. Diese Verpflichtung sollte jedoch auch für den Kindergartenbesuch gelten, um eine Chancengleichheit der Kinder, was die (Schul-) Bildung angeht, herzustellen. Dadurch, dass einige Kinder den Kindergarten nämlich nur im letzten Jahr besuchen, versäumen sie wichtige Dinge, die ihnen diejenigen, die den Kindergarten besucht haben, in der Schule voraus haben.

Im Kindergarten und in anderen Kindertageseinrichtungen für Vorschüler werden nämlich wichtige Basiskompetenzen und Fähigkeiten erlernt, welche in der Schule vorausgesetzt werden. Hierzu gehören zum Beispiel das Binden der Schuhe, erste Erfahrungen mit Zahlen, Buchstaben und Lauterkennung, das Ausschneiden und Ausmalen, sowie der Umgang mit weiterem Schreibmaterial. Eine wichtige Rolle spielen bei Kindern mit Migrationshintergrund auch die Sprachkenntnisse, welche sie im Kindergarten trainieren können. In der Schule können große Lücken nur schwer aufgeholt werden – es droht der Wechsel in eine Förderschule.

Doch auch auf sozialer Ebene ist eine gemeinsame Kindergartenzeit wichtig, denn schließlich besucht man mit den Gleichaltrigen Kindergartenkindern auch eine Grundschulklasse. Ein Kind, dass erst im letzten Kindergartenjahr hinzu kommt, findet schwerer Anschluss. Auch kann sein Sozialverhalten weniger ausgebildet werden als dies der anderen Kindern, die den Kindergarten regelmäßig besuchen. Durch den häufigen Kontakt mit anderen Kindern erlernen diese Kompetenzen wie Rücksichtnahme, Empathie oder Konfliktbewältigung.

Sie sehen also: Das Recht auf Bildung ist zwar gegeben, sie verläuft jedoch nicht für alle Kinder optimal. Nach wie vor hängt das Bildungsniveau eines Kindes noch immer stark von den Eltern und deren Einstellung zu Bildung ab (ob sie das Kind früh in den Kindergarten schicken oder nicht) und auch von deren Einkommen. Zum Beispiel können es sich die wohlhabenderen Eltern eher leisten, ihrem Kind Nachhilfestunden zu zahlen. Wir sind also noch lange nicht am Ziel, was Gleichberechtigung angeht!

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