09 Sep

Soziale Ungerechtigkeit

In Deutschland geht sie immer weiter auf: Die soziale Schere. Bildung wird hier zunehmend zu einer staatlichen Leistung, von denen vor allem diejenigen profitieren können, deren Eltern wohlhabend sind. Diese Entwicklung führt auch dazu, dass die Probleme dieser verschiedenen Gruppen sich immer mehr voneinander unterscheiden: Wo sich die Einen vielleicht über steigende Heizölpreise beschweren, Frieren die Anderen, weil sie nicht einmal Geld für ausreichend warme Kleidung im Winter verfügen.

Nicht selten haben Sie sicherlich im Winter Kinder gesehen, die auf der Straße mit einem T-Shirt oder einer dünnen Jacke herum rennen. Dies geschieht nicht etwa zum Trotz, sondern, weil nichts Anderes zum Anziehen vorhanden ist. Wie sollen die Eltern dieser Kinder denn dann noch Geld für eine optimale Förderung (wie etwa Nachhilfestunden) aufbringen, wenn nicht einmal die finanziellen Mittel für die Deckung der Grundbedürfnisse vorhanden sind?!

Und hier liegt auch schon das nächste Problem: Wer in Deutschland eine höhere Schule besuchen möchte, muss dementsprechende Leistungen erbringen. Tut sich ein Kind damit schwer, können die Eltern die Lernprozesse durch private Förderung wie etwa Nachhilfe unterstützen. Diejenigen aber, die das Geld für diese Förderangebote nicht haben, haben demzufolge nach keine Möglichkeit, ein Gymnasium zu besuchen – außer sie verfügen über eine hohe Intelligenz.

Hinzu kommt jedoch leider, dass sich wohlhabendere Eltern mehr für die Schulbildung und den regelmäßigen Schulbesuch ihrer Kinder interessieren, als es Eltern von Kindern aus sozial schwächeren Familien tun. Dies bedeutet, dass solche Kinder, dadurch, dass sie weniger Unterstützung (egal ob finanzieller oder motivationaler Art) von Zuhause erleben, mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer Sonderschule oder der Haupt – und bestenfalls der Realschule ihren Abschluss machen (wenn sie ihn machen).

Die Frage ist nun: Kann man unter solchen Bedingungen noch von eingehaltenen Kinderrechten sprechen?! Sollte nicht mehr Chancengleichheit bestehen? Und wie kann man die Kinder aus sozial schwächeren Familien unterstützen? Wie kann man ihnen neue Hoffnung geben und ihnen zeigen, dass auch sie ein wichtiges Glied in unserer Gesellschaft sind?

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